Nexus-One und Captain Kirk
Google hatte immer schon große Dinge im Sinn und dank dem Unternehmen und den innovativen Menschen, die dort arbeiten, ist die Welt im Internet in der Tat “anders” geworden. Google hat nicht zu letzt mit seiner Suchmaschine viele Dinge besser und anders gemacht.
Schon als kleiner Junge wurde ich von einer Frage geplagt, folgendes Szenario: Captian Kirk und seine Crew fliegen 65 Lichtjahre zu einer fernen Galaxie, treffen dort auf einen bewohnten Planeten und treten dann in Verbindung mit den Bewohnern, nun kommt es! Alle sprechen dieselbe Sprache, wie ist das aber nur möglich?
Vor etwa 10 Jahren kam Babelfish auf den Markt, eine sehr schlechte Übersetzung wurde von dem Übersetzungsfisch geliefert. Man konnte einen Text in Englisch anklicken und von Babelfish in eine x-beliebige Sprache übersetzen lassen, im Grunde dasselbe wie eben schon bei Raumschiff Enterprise, nur dass hier keiner mehr den Knopf drücken musste und dass die Übersetzung bei den Sternenerforschern um “Welten” besser war.
Mittlerweile ist dieser Service bei Google nicht nur angekommen, sondern auch ein fester Bestandteil im Internet, der bereits sehr häufig verwendet wird. 52 Sprachen spricht und versteht der Dienst bereits. Leider ist das Übersetzen nicht so überragend wie das Verstehen und so kommen die übersetzten Texte auch heute oft nicht in Einklang mit dem, was man eigentlich geschrieben hatte. Nicht selten sind die Sätze so sehr entfremdet, dass man nicht einmal mehr einen Sinn erahnen oder gar erraten könnte.
In den Google Labs aber kein Grund, nicht gleich an der nächsten Generation zu arbeiten. So plant Google, sein Nexus-One als “Translator/Übersetzer” einzusetzen und die Zukunft in die Gegenwart zu beamen. Natürlich ist die Gegenwart noch in der Zukunft, aber der Grundstein scheint gelegt: “Wir denken, eine Sprechen-Zu-Sprechen Übersetzung sollte in wenigen Jahren möglich sein.”, so Franz Och, Leiter des Übersetzungsdienstes.
“Natürlich bedarf es einer Kombination von hochwertigen und sehr performanten Computersystemen, und daran arbeiten wir nun zunächst einmal.”, Franz Och weiter, “Wenn Sie einmal auf die jetzt schon rasant wachsenden Übersetzungstechnologie schauen, werden Sie feststellen, dass es mit riesen Schritten vorangeht.”
Die Wissenschaftler wollen im Grunde zwei schon existierende Techniken vereinen: Spracherkennung und Übersetzungsdienste. Sie denken, sie können die nahezu 6000 bekannten Sprachen damit übersetzen. Doch es gibt noch einige Probleme zu überwinden, so Och: “Jeder Mensch spricht anders, es gibt weibliche und männliche Stimmen, die einen sprechen hoch, die anderen tief. Spricht die Person ganz schnell, tut es eine andere wieder ganz langsam. Wir wollen hier das Telefon einbinden, denn das gehört zu dem Sprecher, es lernt mit seinem Nutzer und sammelt dabei wichtige Erfahrungen in Sachen ‘Interpretation’ was die eigene Stimme angeht.”
Es gibt aber auch Wissenschaftler, die die Sache nicht ganz so euphorisch sehen wie Och, so äussert David Crystal, honorierter Professor für Linguistik an der Bankor Universität seine Zweifel an dem Vorhaben: “Das Problem mit der Spracherkennung ist die Dialektvielfalt, welche kein System der Welt derzeit auch nur Ansatzweise bewältigen kann. Vielleicht mag Google schneller sein als andere, was die Problemlösungen angeht, aber ich glaube nicht, dass wir schon in paar Jahren soweit sind und auch die notwendigen Technologien zur Verfügung haben. So halte ich es für eher unwahrscheinlich, dass es überhaupt ein Telefon geben in absehbarer Zeit wird, dass eine solche Aufgabe bewältigen kann.”


